Ob bei körperlicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, Erniedrigungen oder Streit im Elternhaus: Wenn Kinder und Jugendliche in Gefahr sind, ist schnelle Hilfe gefragt. Für solche und ähnliche Fälle hat das Jugendamt des Kreises Lippe nun eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Seit dem 1. April können sich Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Nachbarn, Verwandte oder Freunde von Betroffenen an das neue „Kinderschutztelefon Lippe“ wenden.

„Mit diesem Angebot geht der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Lippe einen weiteren wichtigen Schritt, um Heranwachsende zu schützen“, sagt Landrat Dr. Axel Lehmann. „Kinder haben ein Recht darauf, geborgen und gesund aufzuwachsen. Das zu gewährleisten, ist unser Auftrag“, ergänzt Dr. Olaf Peterschröder, zuständiger Verwaltungsvorstand beim Kreis Lippe. Doch damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts überhaupt Hilfe leisten und Probleme lösen können, sind sie in vielen Fällen auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Daher richtet sich das „Kinderschutztelefon“ sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an Fachkräfte sowie alle Bürgerinnen und Bürger, die sich Sorgen um das Wohl von Kindern und Jugendlichen in den zwölf kreisangehörigen Städten ohne eigenes Jugendamt (also ausgenommen Detmold, Bad Salzuflen, Lemgo und Lage) machen. „Unser Leitsatz dabei lautet: Jedes Kinderschutzanliegen kommt an“, betont Ulrike Glathe, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie.

Bei Verdacht auf eine Vernachlässigung, seelische, körperliche oder sexuelle Gewalt, Gewalt zwischen Eltern, Verletzungen der Aufsichtspflicht oder sonstigen Kinderschutzanliegen steht seit dem 1. April das „Kinderschutztelefon Lippe“ als zentrale, einfache und schnelle Möglichkeit zur Verfügung, um mit dem Jugendamt in Kontakt zu treten. „Nicht wenige scheuen sich wahrscheinlich nach wie vor, das Jugendamt zu informieren, dessen Telefonnummer zudem vielen kaum bekannt sein dürfte. Auch diese Barrieren wollen wir mit dem plakativen Namen ‚Kinderschutztelefon‘ und der damit verbundenen, einprägsamen Rufnummer – 05231/62 6789 – abbauen“, erklärt Dr. Peterschröder.

Das neue Angebot ist ein Baustein des Institutionellen Kinderschutzkonzepts, das Ulrike Glathe gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen erarbeitet hatte, um die Qualität des Kinderschutzes insgesamt zu verbessern. In Sachen „Kinderschutztelefon“ hatten sich Glathe & Co. dabei auch andernorts umgehört, beispielsweise in Bremen. „Deren Erfahrungen sind durchweg positiv“, berichtet Birgit Piltman, Leiterin des Fachgebiets Soziale Dienste. Zu dem gehören auch die drei Regionalbüros des Kreises Lippe in Oerlinghausen, Blomberg und Dörentrup mit zahlreichen  Expertinnen und Experten in Sachen Kinderschutz. Und genau die werden in Zukunft auch das Kinderschutztelefon betreuen und besetzen.

„Unsere fachlich qualifizierten Mitarbeitenden sind erste Anlaufstelle für Mitteilungen, Meldungen, Hinweise und Anhaltspunkte bei Verdacht auf Kindswohlgefährdung und können direkt die erforderlichen Schritte in die Wege leiten“, ergänzt Piltman. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts gehen allen Hinweisen nach, wenn ein Kind in Gefahr sein könnte. Sie suchen den Kontakt zu der betroffenen Familie, um gemeinsam mit ihr Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. 

Insofern sei die Ausrichtung klar und auch eine andere, als beispielsweise die bekannte „Nummer gegen Kummer“, an die man sich etwa auch bei Problemen in der Schule, im Freundeskreis oder Mobbing im Internet melden kann. „Und wenn sich dennoch mal jemand mit diesen Themen an uns wenden sollte, können wir natürlich ebenfalls die passenden Ansprechpartner vermitteln“, erklärt Ulrike Glathe.

Das „Kinderschutztelefon“ ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0 52 31) 62-6789 erreichbar (außerhalb dieser Zeiten ist der Bereitschaftsdienst des Jugendamtes über den Polizeinotruf 110 zu bekommen). Wer lieber nicht zum Telefonhörer greifen möchte, kann sich schriftlich per E-Mail an ed.ep1764429920pil-s1764429920ierk@1764429920nofel1764429920etztu1764429920hcsre1764429920dnik1764429920 an das Jugendamt wenden. 

18 Millionen Förderung:

Detmold, 01.04.2025. Die Verantwortlichen der Kreise Lippe, Herford und Minden-Lübbecke begrüßen die Entscheidung des Gesundheitsministeriums NRW, den Ausbau der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Lippe (KLG) in Bad Salzuflen mit knapp 18 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm Krankenhaus-Einzelförderung der Landesregierung zu unterstützen. Den Förderbescheid hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am 01. April in Düsseldorf an den Geschäftsführer des Klinikum Lippe, Dr. Niklas Cruse, übergeben. Insgesamt fünf Krankenhäuser erhalten an dem Tag Förderbescheide. Damit werden bauliche Maßnahmen an diesen Krankenhäusern zur Umsetzung des neuen Krankenhausplans NRW gefördert.

Der Aufsichtratschef des Klinikums und lippische Landrat Dr. Axel Lehmann zeigt sich gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Herford und Minden-Lübbecke, Jürgen Müller und Ali Doğan, zufrieden: „Wir sind sehr dankbar für die Landesförderung. So können wir endlich in die konkreten Bauplanungen für die Erweiterung am Standort Bad Salzuflen eintreten und weitere dringend nötige Behandlungskapazitäten für Kinder und Jugendliche in der Region schaffen.“

Auch Landrat Jürgen Müller weiß: „Der Bedarf nach Betreuung in den Kinder- und Jugendpsychiatrien steigt. Die jetzt bewilligte Landesförderung ermöglicht es, das dringend benötige Angebot auszubauen und die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige zu entlasten.“ Und Landrat Ali Doğan ergänzt: „Kinder in Not brauchen unsere Hilfe, und gerade die Zahl der Kinder mit psychischen Erkrankungen steigt schon seit vielen Jahren. Wir Landräte aus Herford, Lippe und Minden-Lübbecke freuen uns gemeinsam, dass Düsseldorf jetzt den Neubau am Standort Bad Salzuflen möglich macht. Für die Kinder und Jugendlichen auch aus unserem Kreis ist das eine gute Nachricht“, sagt Landrat Ali Doğan. „Jetzt gilt es schnell die weiteren Planungsschritt zu vollziehen, damit der Betrieb des Neubaus schnellstmöglich aufgenommen werden kann“, so Doğan.

Die stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Lippe ist in Bad Salzuflen verortet und versorgt die Kreise Minden-Lübbecke, Herford und Lippe. Seit der letzten Erweiterung der Klinik in Bad Salzuflen im Jahre 2010 stiegen die Patientenzahlen deutlich an, so dass sich die Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz verlängerten. In und nach der Corona-Pandemie gab es einen weiteren Anstieg der Patientenzahlen. Die Lage gestaltet sich für Patienten und Angehörige in psychischen Ausnahmesituationen zunehmend dramatisch. 

Die politischen Entscheidungsträger der drei Kreise haben in der Vergangenheit immer wieder die Notwendigkeit der Ausweitung der stationären Ressourcen am Standort Bad Salzuflen und den Bedarf einer Konzentration der stationären Versorgung am Standort Bad Salzuflen zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Region betont.

Deshalb hatte das Klinikum Lippe im Frühjahr 2024 einen Antrag auf Einzelförderung beim Land Nordrhein-Westfalen nach § 21a Krankenhausgestaltungsgesetz NRW gestellt. Dieser Antrag sieht eine Erweiterung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie um 32 stationäre und 8 tagesklinische Behandlungsplätze in Bad Salzuflen vor. Geplant sind eine Aufstockung auf das vorhandene Gebäude in Bad Salzuflen und Umbaumaßnahmen im Bestand. Zusätzlich wird mit dem Ausbau des telemedizinischen Angebotes die Versorgungsqualität in dem großen, ländlich geprägten Einzugsgebiet der Klinik verbessert.

Nun ist klar: Das Land NRW wird dieses Projekt mit einer Fördersumme von knapp 18 Millionen Euro unterstützen. Nach einer zeitnah beginnenden Planungsphase und der anschließenden Ausschreibung ist mit einem Baubeginn im Jahr 2026 zu rechnen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2028 geplant.

Der Geschäftsführer des Klinikum Lippe, Dr. Niklas Cruse, bedankt sich bei allen Beteiligten für die gemeinsame Anstrengung der letzten Jahre, die ihr Ergebnis in dem Förderbescheid des Landes NRW gefunden hat: „Im Konsens mit den beteiligten Kreisen hat das Klinikum Lippe den Bedarf für eine Erweiterung der Klinik in Bad Salzuflen erkannt und in diesem Sinne einen Antrag in dem Verfahren neue Krankenhausplanung NRW an das MAGS gestellt. Für dessen positive Bewertung sind wir außerordentlich dankbar. Möglich ist nun eine räumliche Aufstockung der aktuellen Klinik und der Ausbau der stationären Versorgung in Bad Salzuflen von 48 auf künftig 80 Betten.“ Hinzu kommen ambulante Angebote mit rund 40 Plätzen in Bad Salzuflen und an Standorten in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke, die künftig für eine deutliche verbesserte Versorgungssituation in diesem wichtigen Leistungsbereich sorgen werden, so Dr. Cruse.

Bedarf nach ambulanter und stationärer Betreuung in allen Kinder- und Jugendpsychiatrien

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Bedarf nach ambulanter und stationärer Betreuung in allen Kinder- und Jugendpsychiatrien (KJP) in Deutschland steigt. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend verstärkt. Wie in allen KJP in Deutschland gibt es auch in der Region Wartezeiten auf tagesklinische und/oder stationäre Versorgung. Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Versorgung ist abhängig vom Bedarf und von der Schwere der Erkrankung. Die Notfallversorgung ist zu jeder Zeit sichergestellt.

Aktuell hat das Klinikum Lippe in diesem Bereich eine Auslastung von bis zu 125 Prozent. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychotherapie verfügt über ein hoch qualifiziertes, motiviertes interprofessionelles Team. Der Personalschlüssel entspricht den Vorgaben der PPP-RL (Psychiatrie Personal Planung – Richtlinie) / GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss).

Beim ersten „REGIOtalk“ in OWL haben die Teilnehmer überlegt, wie Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft regionale Produkte verfügbarer machen, nachhaltige Wertschöpfungsketten entwickeln und neue Verarbeitungskonzepte umsetzen können.

Neue Lebensmittel aus Nebenprodukten, Mitmachhöfe oder gemeinschaftsgetragene Läden. Die Liste für neue Ideen und für das Ausbauen bestehender Angebote ist lang – entwickelt von Vertretern aus der Wirtschaftsförderung, der Ernährungs- und der Landwirtschaft. Ziel ist, die Ernährungswirtschaft im Kreis Lippe regional, zukunftsfähig und gemeinschaftlich auszurichten.

„Ins Rollen gebracht hat das Thema die Regionalbewegung NRW, welche die Regionalvermarktung in ganz NRW stärken möchte. Wir sind stolz darauf, dass der erste ‚REGIOtalk‘ in OWL jetzt in Lippe stattgefunden hat“, sagt Dorothea Streich, Koordinatorin für Regionale Vermarktung beim Kreis Lippe. „Er soll sich nun als regelmäßiges Format im Kreis etablieren. So können wir effiziente Strukturen aufbauen, um die entwickelten Ideen umzusetzen. Ich freue mich, dass wir in der ersten Runde direkt so viele konkrete Ansatzpunkte entwickelt haben“, ergänzt sie.

Bei der Weiterverwertung von Nebenprodukten können beispielsweise wertvolle neue Lebensmittel entstehen. Aus Beerentrester – also Pressrückständen aus der Saftproduktion – oder Sonnenblumenpresskuchen können Sonnenblumenmehl oder Ballaststoffe für Riegel entstehen. Hier gilt es nun, Strukturen für eine Vermarktung in Lippe aufzubauen.

Eine weitere Idee sind Mitmachhöfe und gemeinschaftsgetragene Läden. Sie können eine Brücke zwischen Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz, Bildung und Gemeinschaft schlagen. „Viele Menschen möchten sich aktiv für nachhaltige Ernährung engagieren, wissen aber nicht, wie. Mitmachhöfe bieten ihnen die Möglichkeit, sich direkt an der landwirtschaftlichen Produktion zu beteiligen, Wissen zu teilen und regionale Wertschöpfung zu unterstützen“, sagte Sonja Retzlaff von Crowd & Rüben Steinhagen beim „REGIOtalk“. Im Kreis Lippe gibt es ebenfalls mehrere Mitmachhöfe und Solidarische Landwirtschaftsmodelle, die direkte Beteiligung ermöglichen, darunter die Solawi Dalborn in Blomberg-Dalborn, die Solidarische Landwirtschaft Ackervielfalt eG in Lage, der Dorfacker e.V. in Kalletal und die Solawi am Strothebach in Schlangen.

Neben der direkten Beteiligung an der Landwirtschaft ist auch die regionale Vermarktung ein zentraler Hebel für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft. Hier setzen gemeinschaftsgetragene Läden, wie die „Marktschwärmereien“ an, die regionale Erzeugerinnen und Erzeuger direkt mit Verbraucherinnen und Verbrauchern verbindet. Michelle Fischer betreibt eine „Marktschwärmerei“ in Kalletal und war beim „REGIOtalk“ vor Ort: „Ich habe viele wertvolle Anregungen mitgenommen – vor allem zur besseren Vernetzung von Erzeugerinnen und Erzeugern und Verbraucherinnen und Verbrauchern. Es gibt hier in Lippe eine starke Nachfrage nach regionalen Produkten, aber wir müssen die Strukturen weiterentwickeln, damit die Menschen sie auch einfach beziehen können“, sagt sie.

Diese erforderlichen Strukturen in der lippischen Ernährungswirtschaft stehen vor Herausforderungen, wie Preissteigerungen, fragilen Lieferketten, neuen gesetzlichen Vorgaben und dem Fachkräftemangel: „Wir befinden uns in einer Stapel-Krise: Unternehmen müssen effizienter und nachhaltiger werden, doch ohne Wissenstransfer und gezielte Unterstützung bleibt das für viele unmöglich. Wir brauchen eine stärkere Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Förderstrukturen, um die Transformation aktiv zu gestalten“, sagte Norbert Reichl, Food-Processing Initiative e.V. beim „REGIOtalk“.

Diesen Herausforderungen stellen sich die Akteure nun, um die Ideen und schon Bestehendes weiterzuentwickeln, damit sie die Ernährungswende im Kreis Lippe voranbringen und den Lippern viele regionale Angebote machen können.

Für weitere Informationen oder zur Mitgestaltung steht Dorothea Streich, unter ed.ep1764429920pil-s1764429920ierk@1764429920hcier1764429920ts.d1764429920 zur Verfügung.

Vom 27. bis 29. Juni 2025 feiert die Gemeinde Augustdorf ihr 250jähriges Jubiläum. Freuen Sie sich auf drei besondere Veranstaltungen: 

Freitag, 27.06. 21.00 Uhr: Tujamo & Friends 

Samstag, 28.06., 16.00 Uhr: Rudelsingen 

Samstag, 28.06. 21.00 Uhr: 80er, 90er & 2000er Party präsentiert durch Radio Lippe 

Die Tickets sind jeweils für 11 € erhältlich am Donnerstag, 10. April 2025, von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr, im Bürgerzentrum, Foyer. 

Ab sofort sind die Tickets auch bei Eventim zu bestellen: 

27.06. Tujamo & Friends: eventim.de 

28.06. Rudelsingen: eventim.de 

28.06. 80er 90er 2000er Party: eventim.de 

An allen drei Festtagen erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm rund um die horatec-ARENA. 
Wir freuen uns auf Sie! 

 Mitteilungen aus Rat und Verwaltung

Das Rathaus und das Bürgerzentrum bleiben am Dienstag, 1. April 2025, ab 12.30 Uhr, aufgrund einer Personalversammlung geschlossen. 

Wir bitten um Ihr Verständnis. 
Vielen Dank! 

Um Schadensersatzansprüche in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags abzuwenden, wird der Kreis Lippe die sieben auf der Gauseköte geplanten Windkraftanlagen nun doch kurzfristig genehmigen müssen. Das ist das Ergebnis eines Erörterungstermins vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster, das in der Sache überraschender Weise anderer rechtlicher Auffassung ist als der Kreis Lippe und die Bezirksregierung Detmold. 

Die Entscheidung des Kreises Lippe, die Anlagen nun doch zu genehmigen, ist in direktem Zusammenhang mit der am Montag beschlossenen Änderung des Regionalplans zu sehen. Denn diese regelt in Zukunft wesentlich klarer als zuvor, unter welchen Bedingungen Windräder beispielsweise in Waldgebieten gebaut werden dürfen. Legt man diese Vorgaben zugrunde, könnten die Windräder auf der Gauseköte nicht mehr gebaut werden. Allerdings tritt die besagte Änderung des Regionalplans erst in einigen Tagen in Kraft – noch gelten die „alten“ Vorgaben. Und die beurteilt das Oberverwaltungsgericht Münster anders als der Kreis Lippe und die Bezirksregierung Detmold – das wurde bei dem Erörterungstermin mehr als deutlich. So würde sich aus Sicht der Richter die Ablehnung als rechtswidrig erweisen. Im Umkehrschluss gilt: Der Kreis muss die Anlagen genehmigen. Die Krux: Würde der Kreis Lippe jetzt nicht vor Inkrafttreten des neuen Regionalplans die Genehmigung erteilen, kämen immense Schadensersatzforderungen auf ihn zu.

„Die Auffassung des Gerichts überrascht schon sehr. Wir waren der Überzeugung, dass auch die derzeit gültige Regionalplanung Basis dafür ist, den notwendigen Ausbau der Windkraft zu steuern und Wildwuchs von Anlagen zu verhindern. Die OVG-Auffassung ist aber das bedauerliche Ergebnis völlig schwammiger, teils widersprüchlicher und sich seit Mitte vergangenen Jahres ständig ändernder Vorgaben von Land und Bund. Auf deren Grundlage eine Entscheidung zu treffen, die auch das OVG in seiner Rechtsauffassung teilt, ist für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahezu unmöglich geworden. Das wird an diesem Beispiel leider wieder einmal deutlich“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. „Wir brauchen dringend eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, das zurzeit Windkraftprojekten eine so hohe Priorität gibt, dass eine Regulierung des Ausbaus nahezu unmöglich scheint“, stellt Dr. Lehmann klar. „Ein ‚weiter so‘ trägt jedenfalls nicht zur Akzeptanz der Bevölkerung in Sachen Windkraft bei“, ergänzt Dr. Ute Röder, zuständige Verwaltungsvorständin beim Kreis Lippe.

Der Kreis Lippe hatte vor knapp vier Wochen die Windräder auf der Gauseköte abgelehnt. Eine Entscheidung war damals zwingend notwendig und konnte aus rechtlichen Gründen nicht später getroffen werden. Der Kreis Lippe hatte die Ablehnung damit begründet, dass eine Inanspruchnahme von Waldbereichen für den Ausbau der Windenergie nur im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung zulässig sei. Für die beantragten Standorte – in Detmold, Schlangen und Horn-Bad Meinberg – gibt es jedoch keine kommunalen Bauleitplanungen, die eine Windenergienutzung im Wald vorsehen. Somit würden die Anlagen den Zielen der Raumordnung widersprechen, wie sie im Regionalplan OWL von 2024 (noch) vorgesehen sind. Dieser Auffassung war nicht nur der Kreis Lippe, sondern insbesondere auch die Regionalplanungsbehörde der Bezirksregierung Detmold, die dies dem Kreis Lippe im Januar 2025 in einer Stellungnahme mitgeteilt hatte.

Bereits vor der Ablehnung der Windräder vor rund vier Wochen hatte der Antragssteller beim Oberverwaltungsgericht Münster mehrere Verfahren in Gang gesetzt, um eine positive Entscheidung zu seinen Gunsten zu bekommen. Eins dieser Verfahren war zwar im Februar eingestellt worden. Im Zuge eines anderen Verfahrens hatte das Oberverwaltungsgericht aber nun kurzfristig einen Erörterungstermin anberaumt. Und dabei hatte der Richter unmissverständlich deutlich gemacht, dass der Ablehnungsbescheid aus seiner Sicht rechtswidrig sei, der Antragssteller Recht bekommen würde und eine Genehmigung erteilt werden müsse.

Aufgrund dieser gegenteiligen Auffassung des Gerichts muss der Kreis Lippe nun schnell handeln und wird die Anlagen daher kurzfristig genehmigen. Würde er das nicht tun, träte in der Zwischenzeit die oben erwähnte Änderung des Regionalplans in Kraft – und die Windräder auf der Gauseköte könnten nicht mehr gebaut werden. In diesem Fall würden aber Schadensersatzansprüche durch die Antragsteller in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags aufgrund entgangenen Gewinns auf den Kreis Lippe und seine Kommunen zugekommen, was unbedingt verhindert werden müsse. Denn die Summe würde sich auch bei der Kreisumlage bemerkbar machen.

Ob es nun Klagen gegen die Genehmigung geben wird, bleibt abzuwarten.

Am Montag, 31. März 2025, findet um 14.30 Uhr wieder die Vorlesestunde in der Gemeindebücherei Augustdorf in Kooperation mit dem Ev. FamZ Kita Regenbogen und Jona und der DRK-Kita, Haustenbecker Straße, statt. Dazu möchten wir alle Kinder, Erwachsene, Erzieher und Erzieherinnen herzlich einladen. 

Es wird aus dem Buch „PRIMEL“ von Marliese Arold und Annet Rudolph vorgelesen. Hier eine kurze Inhaltsangabe: 

„Wer kann schon einen Hasen mit Zahnlücke leiden, der dazu noch lispelt?, denkt Primel und versucht vergeblich, seine riesengroßen Hasenzähne zu verstecken. Zum Glück gibt es Balduin und Charlotte. Und sie mögen Primel genau so, wie er ist. Geeignet für Kinder im Vorschulalter. 

Wir freuen uns über jeden kleinen und großen Besucher! 


Am Samstagabend geht es für das Team HandbALL in das zweite Auswärtsspiel in Folge. Bei den SGSH Dragons erfolgt der Anpfiff um 19.00 Uhr in der Sporthalle Löh in Schalksmühle. Das Team HandbALL reist erneut mit sehr jungem Kader an, will aber natürlich auch bei den Dragons versuchen, zu gewinnen. Die Gastgeber aus Schalksmühle und Halver belegen derzeit Platz neun, allerdings ist der Abstand zu den Abstiegsrängen etwas knapper als beim Team HandbALL, die auf einem starken sechsten Platz rangieren.

„Die Aufgabe wird ähnlich schwierig wie gegen Aurich“, blickt THL-Trainer Jari Lemke auf die Partie am Samstagabend voraus. „Die Dragons haben sich gerade im Winter nochmal verstärkt, so dass sie jetzt wirklich einen sehr, sehr guten Kader haben mit Zweitliga-erfahrenen Spielern.“ Die SGSH Dragons erzielten drei Siege aus den letzten vier Spielen und sammelten damit wichtige Zähler um den Klassenerhalt.

Die Lipper wird das Spiel im Sauerland erneut mit einem sehr jungen Kader bestreiten. „Wir werden wieder unter dem Motto „Jugend forscht“ spielen. Es sind ein weitere Verletzte hinzugekommen und deshalb wird wieder viel Verantwortung auf die Schultern der Jüngeren gelegt werden müssen“, so Jari Lemke.

„Dass kommt natürlich aber der Gesamtauslegung des Vereins zu Gute, so dass wir da auch gerne die Verantwortung mal abgeben an die jüngeren Spieler, die da immer wieder nachrücken. Das ist immer gut und ich bin dankbar, dass wir da einen guten Austausch mit der A-Jugend haben“, lobt der Coach den guten Austausch innerhalb der Teams. „So haben wir immer Spieler zur Verfügung, sowohl im Training als auch in den Spielen, so dass wir sie bestmöglich fördern können.“

Aufstecken wird man auch gegen die SGSH Dragons sicherlich nicht, das Team HandbALL will unbedingt nachlegen und die beiden Zähler ins Lipperland entführen. „Gegen Aurich hat das schon mal ganz gut funktioniert, warum jetzt nicht auch nochmal?!“, so Lemke abschließend. 

Textquelle: Team HandbALL

Nachhaltigkeit steht im LWL-Freilichtmuseum Detmold im Mittelpunkt

Detmold (lwl). Das LWL-Freilichtmuseum Detmold startet mit seinem Programm in die Saison 2025: Dabei setzt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Was heißt HIER Nachhaltigkeit – ganz konkret?“ zeigt das LWL-Freilichtmuseum, wie nachhaltige Praktiken in der Region umgesetzt werden können.

Anhand von 17 Beispielen im Museumsgelände erfahren die Besuchenden nicht nur von den Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Die Beispiele umfassen viele Themen, wie Armut, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit, Maßnahmen zum Klimaschutz oder nachhaltigen Konsum und Produktion.

„Wir zeigen in diesem Jahr unseren Gästen die nachhaltigen Lösungen, die das LWL-Freilichtmuseum Detmold bereits gefunden hat. Ziel ist es, die Besucherinnen und Besucher zu inspirieren, eigene Ideen zu entwickeln und aktiv zu werden“, sagte Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL, bei der Vorstellung des Jahresprogramms am Freitag (21.3.).

Ein weiterer wichtiger Aspekt der nachhaltigen Ausrichtung des Museums ist die Digitalisierung. Sie eröffne neue Chancen der Teilhabe und Ressourcenschonung. „Ab sofort haben Interessierte die Möglichkeit, über 500 ausgewählte Objekte der westfälischen Alltagsgeschichte digital in der Sammlung online zu erkunden“, sagt LWL-Museumsdirektorin Dr. Marie Luisa Allemeyer. Diese benutzerfreundliche und barrierearme Plattform ermögliche es Interessierten, Bilder ihrer ihre Lieblingsobjekte zu speichern und mit anderen zu teilen. Die kontinuierliche Erweiterung der Sammlung online sorge dafür, dass in den kommenden Jahren immer mehr der fast 300.000 Objekte des Museums digital sichtbar würden, so Allemeyer weiter.

In den vergangenen Monaten hat das LWL-Museum zudem das Konzept für den Mindener Hof überarbeitet. Im Mittelpunkt der neu gestalteten Ausstellung steht der Tag nach der Hochzeit von Ernst Wilhelm Brandt und Sophie Wilhelmine Friederike Korte im November 1825. Die Besucher:innen können den noch geschmückten Brautwagen und die Mitgift in der Schlafkammer bewundern. Über QR-Codes erhalten sie Zugang zu vertiefenden Informationen und zu weiteren Objekten in der „Sammlung online“.

Das bietet die erste Aprilwoche

Die Saison startet mit besonderen Höhepunkten: Am 3. April eröffnet das LWL-Freilichtmuseum die Ausstellung „Aufgedeckt – Textile Sammlungsforschung zwischen Seidenpapier und Datenbank“. Sie ermöglicht Einblicke in die „objektbasierte Textilforschung“ und zeigt noch nie ausgestellte Objekte des Freilichtmuseums. Diese Ausstellung ist im ersten Obergeschoss des historischen Hauses Schwenger im Paderborner Dorf zu finden.

Zur Feier des Saisonauftakts ist der Eintritt am Samstag (5.4.) für alle Besucher:innen kostenfrei. Zudem lädt der Freundeskreis des Museums zu einer „Happy Hour“ mit selbst gemachtem Kuchen und Kaffee ein.

Begleitprogramm und Saisonhöhepunkte

Die Handwerkertage sorgen am 5. und 6. Juli mit der Vorführung von traditionellem Handwerk für besondere Erlebnisse für die ganze Familie. In diesem Jahr rücken die Kolleg:innen der Restaurierung die Schule aus Thöningsen und ihre Restaurierung in den Mittelpunkt. Darüber hinaus finden verschiedene Vorführungen und Programme aus den Bereichen Tischlerei, Schieferarbeiten und des Maurerbetriebs statt.

Der Freilicht-Genuss bietet am ersten Wochenende im September (7. und 8.9.) eine sinnliche Flaniermeile. Aussteller aus der Region bieten kulinarische Köstlichkeiten und (Kunst-) Handwerk an. Beim diesjährigen Freilicht-Genuss dreht sich alles ums Schaf. Die Besucher:innen erwarten Hütehunde-Vorführungen des Schafzuchtverbands NRW, eine Ausstellung zu verschiedenen Schafrassen und ein Mitmachprogramm.

Für den Museumsadvent öffnet das LWL-Museum am ersten Adventswochenende (5. bis 7. Dezember) die Tore. Die Gäste haben die Gelegenheit, durch das winterliche und festlich erleuchtete Museumsgelände zu spazieren und weihnachtlich geschmückte Stuben in den historischen Häusern im Paderborner Dorf zu entdecken. Dort reicht das Angebot von kunsthandwerklichen und kulinarischen Angeboten über Adventswerkstätten bis hin zu weihnachtlicher Musik.

Besondere Geschenke sind die eintrittsfreien Tage im LWL-Freilichtmuseum Detmold: Der erste findet am Samstag (5. 4.) statt. Der zweite eintrittsfreie Tag liegt – schon traditionell – am „Internationalen Museumstag“, der in diesem Jahr am 18. Mai, einem Sonntag, stattfindet. Die beiden „eintrittsfreien Freitage“ folgen dann in den Ferien am 18. Juli und am 17. Oktober.

Weitere Informationen zum Themenjahr und zum Programm gibt es im Internet unter https://www.lwl-freilichtmuseum-detmold.de.

Panzerbrigade 21 „Lipperland“ stärkt eigene Einsatzbereitschaft

Augustdorf – Verlegungen nach Litauen und Polen, fordernde Übungsvorhaben, Rückverlegung nach Deutschland. Funktionierender Rhythmus für die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ im Jahr 2024. Der Auftrag an der NATO-Ostflanke wurde übergeben, jetzt demonstriert die Panzerbrigade ihre Einsatzbereitschaft und Befähigung zur Bündnisverteidigung wieder im Inland. Auftakt: 3.000 Soldatinnen und Soldaten der Augustdorfer Brigade werden ihre Fähigkeiten auf dem Übungsplatz im niedersächsischen Bergen mit innovativem Gerät weiter festigen.

Ausbildungsbeginn ist bereits mit der gestaffelten Verlegung der unterstellten Bataillone Ende März. Die Truppe fährt aus ihrem jeweiligen Heimatstandort los: Der Stab und die zugehörige Stabs- und Fernmeldekompanie der Panzerbrigade 21, das Aufklärungsbataillon 7 und das Versorgungsbataillon 7 starten aus Nordrhein-Westfalen, das Jägerbataillon 1 aus Hessen und das Jägerbataillon 413 aus Mecklenburg-Vorpommern. Den kürzesten Weg haben das Jägerbataillon 91 und das Panzerpionierbataillon 1 aus Niedersachsen. Sie alle eint ihre Fortbewegungsart: Radgebunden und auf eigener Achse, schnell und autark.

Beinahe die gesamte Brigade wird zentral in Bergen ausgebildet – Gründe gebe es hierfür genügend: „Die für jeden sichtbare sicherheitspolitische Lage erfordert eine stete Erhaltung, Festigung und Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Truppe. Das ist oberstes Ziel der Panzerbrigade 21“, erklärt Brigadegeneral Marco Eggert, Kommandeur der Brigade. Die gemeinsame Ausbildung aller Bataillone an einem Ort ermögliche zudem Synergieeffekte.

Ganzheitliche Ausbildung: Logistik, Kampf, Aufklärung

Wer mit dem GTK Boxer, dem Lenkflugkörper MELLS oder dem Gewehr G36 schießen will, braucht Munition. Die sogenannte Feldeinsatzübung des Versorgungsbataillon 7 bildet einen Schwerpunkt der gemeinsamen Brigadeausbildung. Statt – wie sonst üblich für derartige Ausbildungen – Munition in der Nähe des Übungsplatzes vorzulagern, wird ein kriegstüchtiger Ansatz weiter erprobt. Munition wird abgesetzt vom Übungsplatz aus dem Depot angeliefert, durch das Versorgungsbataillon verarbeitet und zu Übergabepunkten an die Einheiten transportiert – unter Berücksichtigung realistischer Einsatzbedingungen. Vom Übergabepunkt aus gelangt das angeforderte Material auf die Schießbahnen.

Die anderen Bataillone bereiten indes komplexe Gefechtsschießen vor. Diverse Szenarien werden geübt, bis hin zur Kompaniestärke, somit: Radpanzer Boxer in hoher zweistelliger Anzahl und ein Vielfaches an Soldatinnen und Soldaten. Im Schwerpunkt steht der Kampf mit dem Fahrzeug und abstandswirksamen Waffen wie der Lenkflugrakete MELLS. Zahlreiche moderne Drohnen werden zusätzlich getestet und zur Aufklärung genutzt.

Mit der Übung in Bergen setzt die Panzerbrigade 21 ihren Ausbildungsauftrag konsequent um und stellt sicher, dass sie jederzeit einsatzbereit bleibt. Sie ist die erste Brigade des Deutschen Heeres, die der neuen Kräftekategorie „Mittlere Kräfte“ zugeordnet ist. Mit ihren radbeweglichen, hochmobilen Verbänden ist die Brigade zur raschen und weitreichenden Verlegung im gesamten europäischen Operationsraum der NATO befähigt. Durch hohe Mobilität, Feuerkraft und Panzerschutz ist der Großverband besonders flexibel, vielseitig, schnell und effektiv einsetzbar.