Presse-Mitteilung aus Rat und Verwaltung
Heimatministerin Ina Scharrenbach erneut zu Besuch in Augustdorf

Nach ihrem Besuch im Jahr 2019 war Ministerin Ina Scharrenbach am 28.02.2020 erneut in Augustdorf zu Besuch. Im letzten Jahr reichte die Zeit nicht aus, um die Ministerin über die Geschichte und die Bedeutung des ehemaligen Gestüts- und Jagdschlosses Lopshorn sowie der dort einstmals beheimateten Senner Pferde zu informieren. Sowohl die Senner Pferde als auch Lopshorn waren einst prägende Bestandteile der Heimat der Sennebewohner und der Lipper. Die Ruinen des früheren Gestüts und Jagdschlosses sind als Bodendenkmal geschützt.
Ministerin Scharrenbach wurde zunächst im Bürgerzentrum von Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf und Erika Hellweg, der Initiatorin des Besuchs, begrüßt. Sodann wurde die Ministerin von diesen sowie von Stephan Prinz zur Lippe und Bürgermeister a.D. Peter Hufendiek, der die Initiative zum Wiederaufbau von Schloss Lopshorn vertrat, anhand eines Modells und von historischen Bildern über die ehemals fürstliche Anlage informiert. Auch zwei echte Senner Pferde wurden der Ministerin von ihren Eigentümern Annette Strohdiek und Klaus Steinmeier präsentiert. Es schloss sich die Eintragung in das Goldene Buch an. Danach ging es zum historischen Standort in das Gelände. (Foto: Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf, Versteckt: Besitzerin der Senner Pferde Annette Strohdiek, Ministerin Ina Scharrenbach, Klaus Steinmeier Besitzer Senner Pferde)

Die Britischen Streitkräfte und die Bundesimmobilienanstalt erläuterten zunächst die Nutzung der Schießbahn, auf der sich das Bodendenkmal befindet. Anschließend wurden die Überreste von Gestüt und Jagdschloss besichtigt. Hier kamen der ehrenamtliche Denkmalpfleger der Gemeinde, Herr Martin Harmel, sowie Joachim Biere als Nachfahre von früheren Beschäftigten auf dem Anwesen hinzu. Durch viele Erläuterungen konnte ein lebendiges Bild von dem Schloss und dem Gestüt gezeichnet werden.

Die Senner Pferde leben seit ca. 1.000 Jahren in der Senne und im Teutoburger Wald. Im Jahr 1550 wurde das Gestüt vom Winfeld nach Lopshorn verlegt. Das Schloss erbaute Graf Hermann Adolf zur Lippe im Jahr 1685*. Zudem entstanden dort Stallungen, eine Gastwirtschaft, eine Meierei, ein Park, eine Fasanerie und die Gestütskämpe. Das Schloss wurde als Jagdschloss und als Sommerresidenz genutzt.
Nach seiner Abdankung im Jahr 1918 behielt Fürst Leopold IV. das Jagdschloss. Die Senner Pferde zogen im Jahr 1928 in den Tiergarten nach Detmold um. In den Nachkriegswirren wurde Lopshorn mehrfach geplündert. Am 11.06.1945 steckten befreite russische Kriegsgefangene das Schloss in Brand. Löscharbeiten wurden von der britischen Besatzungsmacht verhindert. Danach verfiel das Schloss. Es liegt heute im Zielgebiet einer Schießbahn. Eigentümer der Flächen ist seit 1957 die Bundesrepublik Deutschland.

(*Laut Wikipedia ließ Graf Hermann Adolf zur Lippe dort 1657 zunächst ein Jagdhaus errichten. Graf Simon Heinrich ersetzte im Jahr 1685 das von seinem Vater erbaute Jagdhaus durch ein Schloss, das in den Grundzügen bis 1945 unverändert erhalten blieb).