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Sechs Kommunen organisieren die Geschwindigkeitsüberwachung jetzt gemeinsam

Zwei neue Blitzeranhänger und zwei VW Caddy arbeiten für die Verkehrssicherheit in Augustdorf, Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Schlangen und Detmold.

Detmold. Die gemeinsam organisierte Geschwindigkeitsüberwachung auf den Straßen der Kommunen Augustdorf, Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Schlangen und Detmold ist angelaufen. Seit Anfang Januar überwachen die beteiligten Kommunen nun gemeinsam die Geschwindigkeit des Verkehrs und bieten damit mehr Sicherheit an neuralgischen Verkehrspunkten.

Das Unternehmen Jenoptik hat kurz vor dem Jahreswechsel zwei VW Caddy mit der Verkehrsüberwachungstechnik geliefert, die jetzt im Regelbetrieb sind. Es handelt sich dabei zunächst um zwei Mietfahrzeuge, die zur Überbrückung eingesetzt werden. Noch im ersten Quartal des Jahres sollen die bestellten Fahrzeuge ankommen. In wenigen Tagen gehen zudem zwei Blitzer-Anhänger in Detmold in den Dienst, die für die interkommunale Kooperation angeschafft worden sind. 

Die vier Fahrzeuge werden in den beteiligten Kommunen eingesetzt, in denen 25 neue Messstellen identifiziert wurden. Diese neuen Einsatzstellen liegen ausschließlich im Bereich von schützenswerten Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Alten- und Pflegeheimen. „Das ist ein eindeutiges Zeichen für mehr Verkehrssicherheit in den beteiligten Kommunen“, hebt Detmolds Bürgermeister Frank Hilker hervor. Denn darum geht es: „Immer wieder erheben Bürgerinnen und Bürger den Wunsch nach mehr Verkehrsüberwachung“, sagt Christoph Dolle, Bürgermeister in Blomberg. „Dem kommen wir damit nach“, ergänzt sein Amtskollege Matthias Kalkreuter aus Lage. Denn immer noch ist Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen. Marcus Püster, Bürgermeister in Schlangen, verweist darauf, dass 2024 im Kreis Lippe immerhin 123 Kinder und 84 Jugendliche im Straßenverkehr verunglückt sind. Das sind rund 16 beziehungsweise 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Horn-Bad Meinbergs Bürgermeister Michael Ruttner: „Es werden weitere Messstellen hinzukommen, dazu befinden wir uns im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit in einem stetigen Austausch.“ Augustdorfs erster Bürger Dr. Andreas J. Wulf: „Auch in Augustdorf wünschen sich Einwohner mehr Geschwindigkeitskontrollen – besonders dort, wo Kinder durch zu schnelles Fahren gefährdet werden können. Durch die neue Kooperation, die von den Erfahrungen der Stadt Detmold profitieren wird, kommen wir diesem Bedürfnis entgegen.“ Frank Hilker verweist darauf, dass Detmold gerade von der Dekra mit dem Vision-Zero-Award ausgezeichnet wurde, weil es in den vergangenen acht Jahren keine Verkehrstoten auf Detmolder Straßen gab. Dazu hat auch die konsequente Geschwindigkeitsüberwachung beigetragen.  

In der Stadt Detmold wird bereits seit Jahren das Tempo des fließenden Verkehrs durch die Kommune selbst überwacht. Dafür sind der Blitzeranhänger „Xena“ und ein VW-Caddy in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Seniorenheimen im Einsatz. Die dabei erworbene Expertise setzt die Stadt Detmold nun auch für die Nachbarkommunen in der interkommunalen Zusammenarbeit ein. Die Basis dafür sind gemeinsame Festlegungen des Landesinnenministeriums und des Ministeriums für Kommunales und Heimat. Die Ministerien haben im Jahr 2024 klargestellt, dass nicht nur Kreise und Kommunen mit mehr als 60.000 Einwohnern selbst die Geschwindigkeit überwachen dürfen, sondern auch kommunale Zusammenschlüsse, die gemeinsam mehr als 60.000 Einwohner zählen.

Dennoch war es bis zur Umsetzung der Idee ein weiter Weg. Zunächst mussten alle sechs Gemeinderäte der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zustimmen, dann wurde das notwendige Personal für den Innen- und den Außendienst bei der Stadt Detmold ausgewählt, eingestellt und geschult.

„Ich möchte mich an dieser Stelle besonders für die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen der Nachbarkommunen bedanken“, sagt Detmolds Bürgermeister Frank Hilker. „Die Umsetzung eines solch innovativen Projekts kann nur gemeinsam und auf Augenhöhe erfolgen. Sowohl die Zusammenarbeit im Kommunalen Ordnungsdienst Detmold – Lippe, als auch im neuen Kommunalen Verkehrsdienst Detmold – Lippe sind aus meiner Sicht eine Blaupause für ausgezeichnete Kooperation der Partnerkommunen hier in Lippe.“ 

Wie die bereits in Detmold eingesetzte „Xena“, so werden auch die neuen Anhänger Namen erhalten. Die Wahl fiel auf „Hurry“ und „Selly“ – ein Wortspiel in Anlehnung an ein berühmtes Film-Liebespaar.